Es ist höchste Zeit, sich für den Erhalt der Hildener Freiflächen einzusetzen. Das hat der Infostand zu „Hildens Zukunft" am 1. Juni 2013 gezeigt, bei dem die Initiative Grüne Lunge, die BUND-Ortsgruppe und weitere aktive Hildener Bürger über geplante Bauprojekte im Hildener Süden informierten. Die meisten Interessenten zeigten sich erschrocken über die geplante Bebauung der Freiflächen vor allem an der Karnaper Straße und auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule.

20130601 Infostand

Tenor der Rückmeldungen: „Es gibt doch genug Leerstände."

Und: „Am Ende ist alles zugebaut und dann bleiben wir auf der dichten Bebauung sitzen, für die es keinen Bedarf mehr gibt." Für eine Familie jedoch kam auch unser Engagement bereits zu spät: „Hilden war uns viel zu dicht. Wir ziehen nach Leichlingen" , sagten sie. Was in Hilden fehle, sei ein durchgängiger Grünzug.

Auch einzelne Befürworter der Bauprojekte meldeten sich beim Infostand zu Wort. Für die Initiatoren von Hildens Zukunft ein gutes Zeichen: „Wir möchten mit allen Menschen im Gespräch bleiben", sagte etwa Axel Schmitz. Den Mitgliedern der Initiative geht es darum, ein Bewusstsein für den Wert von Freiflächen und öffentlich nutzbaren Grünflächen zu schaffen. Auch die Besucher des Infostands kritisierten, dass die Ratsfraktionen oft nicht das Ganze im Blick hätten. „Da wird immer nur das einzelne Projekt gesehen", bemerkte eine Interessierte. Es kamen auch Tipps, welche Bauvorhaben die Initiative künftig in den Blick nehmen sollte. So verwiesen einige auf die jetzt veröffentlichten Ideen zur zukünftigen Nutzung der Theodor-Heuss-Schule im Hildener Norden. Auch für ein Projekt an der Walder Straße würden schöne alte Gärten bebaut, beklagte ein Bürger.

Während die Stadt argumentiert, dass Hilden dringend neuen Wohnraum benötige, verweisen die Aktivisten von Hildens Zukunft auf die jüngst veröffentlichten Zahlen des Mikrozensus von 2011: Danach hat Hilden gut 1.100 Einwohner weniger (54.390) und rund 360 Wohnungen (28.838) mehr als gedacht. „Da könnten wir doch auf die drei Projekte im Hildener Süden problemlos verzichten", meint Claudia Roth vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Hildens Zukunft konzentriert sich zunächst auf das Albert-Schweitzer-Gelände. Denn am 12. Juni entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss darüber, wie es mit der geplanten Bebauung dort weitergeht. Die Initiative „Grüne Lunge" wirbt vehement für den Erhalt aller schützenswerten Bäume und bezweifelt, dass die derzeit vorgesehene Planung dies sicherstellt. Zudem würde die Hälfte der jetzigen städtischen Grünflächen verloren gehen. Zwar entstünden auch innerhalb der Wohnbauflächen Gärten. Diese seien jedoch kein Ersatz für eine zusammenhängende Grünfläche. Das einzige Ratsmitglied, das sich am Samstag am Infostand einfand, Birgit Alkenings, hatte das so aus den Sitzungsunterlagen nicht entnehmen können. Der vorgelegte Vergleich des gültigen Flächennutzungsplans mit den aktuellen Änderungsplänen macht aber klar: Die 14.000 qm vorhandene städtische Grünfläche soll auf nur noch 7.000 qm reduziert werden.