Die Gegner der geplanten Bebauung des Albert-Schweitzer-Geländes bangen - nicht nur, aber auch -  um die Bäume, die dem Vorhaben zum Opfer fallen sollen. Nun haben sie dem vorhersehbarem Baumtod zumindest vorübergehend ein Schnippchen geschlagen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schlichen sie sich am Montagabend auf das Gelände und pflanzten einen drei Meter hohen Baum mitten auf die Wiese. Ein Apfelbaum ist es. Und am Stamm baumelt ein Schild mit der Aufschrift: "Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich zu beherrschen!"

Der Spruch stammt laut einer Pressemitteilung der BUND-Ortsgruppe vom Namensgeber der vom Abriss bedrohten Schule, Albert Schweitzer. Der hatte dafür plädiert, alles Lebendige zu schützen. Und so ging es auch der kleinen klandestinen Gruppe, die am Montag zum Spaten griff, darum, vor der anstehenden Ratssitzung am Mittwoch noch ein letztes Mal an das grüne Gewissen der Ratsfrauen und -herren zu appellieren. "Der wird da wahrscheinlich nicht lange stehen", sagte eine Teilnehmerin gegenüber HildensZukunft. Denn wenn alles so kommt, wie es die vergangenen Ausschusssitzungen erwarten lassen, wird der Rat ungeachtet der zahlreichen Einwendungen gegen das Projekt am Mittwoch, 17. Dezember 2015, den Satzungsbeschluss fassen. Damit bleibt dann nur noch das Vermarktungs- und das energetische Konzept in der Diskussion. Bebauungsplan und Flächennutzungsplanänderung dürften dann aber beschlossene Sache sein. Es sei denn, der ein oder andere Ratsherr lässt sich beeindrucken von der Weisheit des alten Schweitzer. Sein (Schweitzers) langjähriger Koch Massandi Joseph erzählte laut BUND über ihn: "Er hat sogar Pflanzen behandelt. Vor vielen Jahren hat der Blitz in diesen Mangobaum geschlagen und einen der zwei Stämme dicht über ihrer Teilung getroffen und geknickt. Das Regenwasser drang dann ins Holz und ließ es faulen. Da hat der Grand Docteur zu mir gesagt: ‚Massandi, der Mangobaum bei den Antilopen ist krank, wir müssen ihn pflegen.' Ich holte die Leiter, und Schweitzer stieg hinauf und verband die Wunde am Baum."