Privatproblem oder öffentliches Interesse? Daran scheiden sich wohl die Geister, wenn es um das Baugebiet im Quartier An den Linden/Kirschenweg/Ohligser Weg geht. Denn hier baut der Bauverein auf eigenem Gelände nach eigenen Aussagen "günstigen Wohnraum". Wer sollte da etwas gegen haben? Doch wir möchten genau beobachten, wo Hilden nach und nach verdichtet wird und kleine Oasen verloren gehen, die unserer Meinung nach gerade den hohen Wohnwert unserer Stadt ausmachen. 

Zurzeit stehen auf dem Gelände 37 Gebäude, zum Teil Doppelhäuser, zum Teil Mehrfamilienhäuser. Insgesamt kommt der Bauverein hier auf 87 Wohneinheiten. Setzt der Bauverein die jetzt vom Stadtentwicklungsausschuss favorisierte Variante um, dann werden dort zukünftig 205 Wohneinheiten entstehen. Der Bauverein wird den Wohnraum dort damit voraussichtlich mehr als verdoppeln. Dabei sind viele Fragen noch nicht geklärt: Wie soll der zusätzliche Verkehr und vor allem der ruhende Verkehr geregelt werden. Kann man bei einem anvisierten Mietpreis von rund 8 Euro pro Quadratmeter wirklich von günstigem Wohnraum sprechen? Wird der Wohnraumbedarf in Hilden überhaupt so stark ansteigen? Und nicht zuletzt: Wollen wir, dass Hilden weiter wächst - oder geht es eher um den Erhalt dessen, was die Stadt ausmacht?