Das Bauvorhaben rund um die Karnaper Sängerwiese hatte schon viele Titel. Zunächst war von der Solarsiedlung die Rede, dann sollte es ein Klimaschutzgebiet sein  - doch eines bleibt wie es war: Direkt an der Güterzuglinie sollen Wohngebäude entstehen. Nach derzeitigem Stand 28 Wohneinheiten. Das sind 28 zuviel, wenn man den Argumenten des BUND folgt:  "Die vorgeschlagene Lärmschutzwand reicht wegen der vielbefahrenen nahen Güterbahnstrecke als Lärmschutz nicht, um gesundes Wohnen dort möglich zu machen", mahnt die Hildener Ortsgruppe in ihrer Stellungnahme im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Vielmehr müssten die künftigen Bewohner die Fenster geschlossen halten oder sich gar mit fensterlosen Fassaden abfinden. Ganz abgesehen vom Elektrosmog durch den Bahnstrom und die Vibrationen der Bahn.

Das eindrucksvollste Argument der Umweltschützer: Der NRW-Umweltminister  Johannes Remmel halte die Bebauung auf dem Gelände für nicht verantwortbar. Remmel hat sich zwar bisher nicht speziell zu dem Baugebiet Karnap geäußert. Das Gelände liegt jedoch in einem von Überflutung gefährdeten Gebiet - und in solchen Gebieten rät der Minister davon ab, zu bauen.

Falls die Hildener Stadtplaner diese Haltung übernehmen würden, wäre das eine gute Nachricht für die Tierwelt, glauben die Umweltschützer des BUND und auch viele Anwohner. Diese haben nämlich Lücken im artenschutzrechtlichen Beitrag zu dem Bebauungsplan gefunden und schlagen vor, die ökologische Bedeutung der alten Sängerwiese und des strauchgesäumten Weges nochmals zu überprüfen. Denn für viele Tiere sei das Gelände sehr wohl ein geeigneter Lebensraum finden die Anwohner. Und die BUND Ortsgruppe bezeichnet das Gebiet als "ökologischen Trittstein".

Eine umfangreiche Stellungnahme zu dem Bebauungsplan finden Sie hier. Auch mit der künftigen Bebauung am Karnap wird sich der Rat nun wieder befassen. Genaueres erfahren Sie hier in Kürze.