Die Gegner der geplanten Bebauung des Albert-Schweitzer-Geländes bangen - nicht nur, aber auch -  um die Bäume, die dem Vorhaben zum Opfer fallen sollen. Nun haben sie dem vorhersehbarem Baumtod zumindest vorübergehend ein Schnippchen geschlagen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schlichen sie sich am Montagabend auf das Gelände und pflanzten einen drei Meter hohen Baum mitten auf die Wiese. Ein Apfelbaum ist es. Und am Stamm baumelt ein Schild mit der Aufschrift: "Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich zu beherrschen!"

Bei einem Blick in die Hochwassergefahrenkarte für den Garather Mühlenbach scheint klar: Auf der alten Sängerwiese an der Güterzugstrecke im Hildener Süden sollte nicht gebaut werden. Weiterlesen

 

Der Rat wird voraussichtlich an seinem Konzept für das Albert-Schweitzer-Gelände festhalten, nachdem in dem Areal zwischen Linden- und Kunibertstraße sowie der St. Konrad-Allee nach Schätzung der Verwaltung 120 Wohneinheiten entstehen werden. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschuss stimmten mehrheitlich am Mittwoch, 19.11. 2014, dem Vorschlag zu. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass auch der Rat in seiner nächsten Sitzung dem Bebauungsplan sowie der Flächennutzungsplanänderung zustimmen wird.

Nicht einigen konnten sich die Mitglieder des Wohnungsbauförderungsausschuss dagegen über das Vermarktungskonzept. Die Grünen etwa bemängelten, dass nicht genügend sozialer Wohnraum festgeschrieben sei und forderten Nachbesserungen. Unter anderem schlugen sie vor, die Baufläche WA3 vollständig der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu überlassen und auch die innovativen Wohnprojekte (etwa Mehrgenerationenwohnen) zu verpflichten die angestrebten 30% Sozialwohnungen einzuplanen.

Damit streiten die Ratsmitglieder künftig wahrscheinlich nur noch darüber, wer bauen darf. Ungeachtet der Sorge um die künftige Verfügbarkeit günstiger Wohnungen ging jedoch niemand darauf ein, dass laut dem Gegenkonzept von Norbert Hansmann bei einer Umnutzung der Bestandsgebäude deutlich niedrigere Mietpreise erreicht werden könnten. Die Verwaltung glaubt ebenfalls nicht an die Machbarkeit einer solchen Umnutzung. Bauamtsleiter Peter Stuhlträger hielt eine schwungvolle Rede, um die Pläne und Kritikpunkte der Gegner der derzeit geplanten Bebauung zu entkräften