Laut Vermarktungskonzept will die Stadt die Mieten für den öffentlich geförderten Wohnungsbau auf dem Albert-Schweitzer-Gelände auf maximal 8 Euro pro Quadratmeter deckeln. Nun bringt ein Anwohner nochmals ein Gegenkonzept ins Rennen. In einem offenen Brief an Baudezernentin Rita Hoff bittet er darum, erneut zu prüfen, ob nicht die Bestandsgebäude mit einem Wert von rund 1,1 Mio. Euro weiter genutzt werden könnten.

Im Gegensatz zu den derzeit von der Stadt präsentierten Planungen setzt das Konzept des Architekten Norbert Hansmann nicht auf möglichst viele Wohneinheiten, um die Preise für die

Am 19. November 2014 dreht sich im Wohnbauförderungs- und Stadtentwicklungsausschuss alles um das Albert-Schweitzer-Gelände: Der Ausschuss wird nicht nur darüber entscheiden, ob Baurecht geschaffen wird, sondern auch gleich das Vermarktungskonzept beraten. Der Entwurf der Stadtverwaltung sieht vor, dass bis Ende 2017 alle Grundstücke des Areals vermarktet sein sollen. Bürgermeisterin Birgit Alkenings wünscht sich laut der von ihr gezeichneten Vorlage, "dass auf dem Grundstück der aufgegebenen Albert-Schweitzer -Schule eine neue Wohnbausiedlung für Jung und Alt, Familien und Singles, weniger betuchte und normalbetuchte Hildener - als "bunt gemischt" in bester Lage entstehen soll".

Die Einfamilienhausgrundstücke wird die Bauverwaltung demnach direkt einzeln vermarkten. Ein Baugrundstück für drei Mehrfamilienhäuser soll für innovative Wohnformen reserviert werden, zwei weitere für den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Das bedeutet nicht zwingend, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WGH) dort bauen wird. Denn laut dem Vermarktungskonzept muss bei der Vergabe auch die Option offen gehalten werden, dass die Gebäude freifinanziert erstellt werden. Den Mietpreis für den Erstbezug will die Verwaltung dann auf 8 Euro kalt deckeln. Einen Überblick darüber, welche Grundstücke an öffentliche oder private Bauträger, an Initiativen oder Einzelpersonen verkauft werden

Der Hildener BUND-Sprecher Dieter Donner wollte es genau wissen und sich die Begründung des Bebauungsplanes für das Albert-Schweitzer-Gelände einmal direkt von den Verantwortlichen im Planungsamt erklären lassen. Doch nach der Aufschlüsselung der Kosten gefragt, musste die Mitarbeiterin passen. Der herbeigerufene Planungsamtsleiter seinerseits fand die Erklärung für die im Vergleich zur ersten Offenlage höheren Kosten nach Donners Darstellung nicht in den öffentlichen Unterlagen (wie z.B. dem Haushalt) und musste schließlich ein internes Papier zücken um die Einzelposten aufzuschlüsseln. Warum die Stadt den Restbuchwert des zum Abriss bestimmten Gebäudes in der Begründung mit 0,7 Mio.statt den bisherigen 2,7 Mio. Euro ansetzt, diskutiert Donner gar nicht mehr. Viel Geheimnis um öffentliche Güter, findet er und stellt der Hildener Öffentlichkeit seinen Erfahrungsbericht zur Verfügung. Eine Gegenmeinung konnte HildensZukunft heute leider nicht mehr einholen, da die Amtstuben schon geschlossen hatten, als der Erfahrungsbericht uns erreichte - allerdings freuen wir uns über jede Reaktion (auch gern von Seiten der Stadt) über unser Kontaktformular. Hier erstmal der Erfahrungsbericht zum Selberlesen.

Wer wissen will, ob die Kosten mittlerweile aufgeschlüsselt offengelegt werden, kann das noch bis 8.8.2014 selbst überprüfen. Bis dahin liegt der Bebauungsplan noch offen. Die Kostenplanung aus der ersten Offenlage 2013 können Sie ganz bequem hier auf Seite 36, die aktuelle Kostenplanung hier auf Seite 37 nachlesen.